Wissen & Begriffe

Was bedeutet
was?

Kompakte Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen rund um Interim Management, Qualität und Projektarbeit – alphabetisch sortiert.

Wissen & Begriffe

Begriffe erklärt

8
8D Qualität
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Die 8D‑Methode im Automotive‑Bereich ist ein strukturierter, teamorientierter Problemlösungsprozess mit acht definierten Schritten, der zur Bearbeitung von Reklamationen und zur nachhaltigen Beseitigung von Fehlerursachen eingesetzt wird.

A
APQP Automotive
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Advanced Product Quality Planning – ein strukturierter Prozess zur Entwicklung neuer Produkte und Prozesse in der Automobilindustrie. APQP definiert klare Phasen von der Konzeptentwicklung bis zum Serienanlauf und stellt sicher, dass alle Qualitätsanforderungen frühzeitig berücksichtigt werden.

APQP umfasst fünf Phasen: Planung, Produktdesign, Prozessdesign, Produkt- und Prozessvalidierung sowie Serienproduktion und Verbesserung.

A
AS9100 Luftfahrt, Defense
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AS9100 ist ein international anerkannter Standard für Qualitätsmanagementsysteme, der speziell für Unternehmen der Luft‑, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie entwickelt wurde und auf ISO 9001 aufbaut. Er ergänzt ISO 9001 um zusätzliche Anforderungen zu Risikomanagement, Produktsicherheit, Konfigurationsmanagement und Lieferkettenkontrolle, um Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit von Luft- und Raumfahrtprodukten sicherzustellen

A
Audit (Prozessaudit) Qualität
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Systematische, unabhängige Untersuchung eines Prozesses, um zu beurteilen ob er den festgelegten Anforderungen entspricht. Im Automotive-Bereich wird häufig das VDA 6.3 Prozessaudit eingesetzt.

Unterschied: Ein Systemaudit prüft das gesamte QMS, ein Prozessaudit einzelne Prozessschritte, ein Produktaudit das fertige Produkt.

A
Auditierung Qualität, ISO 9001,
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Auditierung ist ein systematisches, unabhängiges und dokumentiertes Verfahren zur objektiven Prüfung von Prozessen, Systemen oder Organisationen, um festzustellen, ob sie festgelegten Anforderungen (z. B. Normen wie ISO 9001) entsprechen. Sie dient der Verbesserung von Effizienz, Compliance und Qualität durch Identifikation von Schwachstellen.

C
CAPA Quialität, Pharma, Medizintechnik
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CAPA steht für Corrective and Preventive Action (Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen) und ist ein zentraler Bestandteil des Qualitätsmanagements in der Pharmaindustrie. Es dient der systematischen Identifikation, Analyse und Behebung von Abweichungen oder Problemen, um deren Ursachen zu beseitigen und zukünftige Auftretens zu verhindern – oft gefordert durch GMP-Richtlinien, FDA oder EMA. Der Prozess umfasst typischerweise Schritte wie Problemerkennung, Ursachenanalyse, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Wirksamkeitsprüfung

F
Freelancer Beschäftigung
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Ein Freelancer arbeitet selbstständig auf Projektbasis – ohne langfristige Bindung an einen Arbeitgeber. Ideal für zeitlich begrenzte Aufgaben oder wenn spezialisiertes Know-how gefragt ist, das intern nicht verfügbar ist.

Vorteile für Unternehmen: Flexibilität, keine Sozialabgaben, schnelle Verfügbarkeit, kein Kündigungsschutz. Schulz Solutions vermittelt geprüfte Freelancer aus dem Qualitäts- und Projektumfeld.

G
GMP Qualität, Pharma, Medizin
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GMP steht für Good Manufacturing Practice (Gute Herstellungspraxis). Es handelt sich um einen regulatorischen Standard, der minimale Anforderungen für die Herstellung von Arzneimitteln, Lebensmitteln oder Medizinprodukten festlegt, um sichere, wirksame und qualitativ hochwertige Produkte zu gewährleisten. GMP umfasst Bereiche wie Personalqualifikation, Hygiene, validierte Prozesse, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit, um Risiken wie Kontaminationen oder Fehler zu minimieren.

I
IATF 16949 Norm
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Der internationale Qualitätsstandard für die Automobilindustrie, entwickelt von der International Automotive Task Force. Er definiert die Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem in der automobilen Lieferkette.

IATF 16949 ist Voraussetzung für die Zulassung als Lieferant bei den meisten OEMs weltweit. Die Norm basiert auf ISO 9001 und ergänzt diese um automotive-spezifische Anforderungen.

I
Interim Management Führung auf Zeit
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Beim Interim Management übernehmen erfahrene Führungskräfte oder Spezialisten für einen begrenzten Zeitraum eine definierte Aufgabe – ohne langfristige Festanstellung.

Typische Anlässe: Vakanz einer Schlüsselposition, Restrukturierung, Krisenmanagement, Elternzeit oder spezifisches Projekt-Know-how das intern nicht verfügbar ist.

Vorteile: Sofortige Verfügbarkeit, hohes Erfahrungsniveau, klarer Auftrag, keine Sozialleistungen, kein Kündigungsschutz.

K
KI in der Qualitätssicherung Zukunft
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Künstliche Intelligenz revolutioniert die Qualitätssicherung: Bildverarbeitung erkennt Fehler schneller als das menschliche Auge, Predictive Quality sagt Abweichungen voraus bevor sie entstehen.

Einsatzgebiete: Automatische Sichtprüfung, Prozessregelung in Echtzeit, Auswertung von Messdaten, vorausschauende Wartung.

L
Lieferantenmanagement Supply Chain
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Umfasst die systematische Auswahl, Entwicklung, Bewertung und Steuerung von Zulieferern entlang der Wertschöpfungskette. Ziel ist es, Qualität, Liefertreue und Kosten dauerhaft zu optimieren.

Instrumente: Lieferantenaudits (VDA 6.3), Bewertungsmatrizen, Eskalationsmanagement, Lieferantenentwicklungsprogramme, Sonderfahrten bei Qualitätsproblemen.

M
MIL-SPEC Defense
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MIL-SPEC (Military Specification) bezeichnet technische Spezifikationen des US‑Militärs, die die wesentlichen Anforderungen an militärspezifische Materialien, Produkte oder modifizierte zivile Güter festlegen, damit diese die geforderte Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Kompatibilität im militärischen Einsatz erfüllen.

P
PPAP Automotive
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Production Part Approval Process – das formale Freigabeverfahren für Serienteile in der Automobilindustrie. PPAP ist der Nachweis, dass der Produktionsprozess alle Kundenanforderungen erfüllt.

Ein vollständiger PPAP umfasst bis zu 18 Elemente, darunter Maßberichte, Materialnachweise, Prozessfähigkeitsnachweise (Cpk) und Erstmuster.

Q
Qualitätssicherung (QS) Qualität
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Qualitätssicherung umfasst alle Maßnahmen, die sicherstellen, dass Produkte oder Dienstleistungen die definierten Anforderungen erfüllen – bevor, während und nach der Produktion.

Im Automotive-Bereich: Wareneingangsprüfung, Inline-Kontrolle, Endprüfung, Sonderfahrten beim Lieferanten, Nacharbeit bei Abweichungen.

Wichtige Normen: IATF 16949, ISO 9001, VDA 6.3

Q
QVP – Qualitätsvorausplanung Qualität
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Die Qualitätsvorausplanung (QVP) ist der systematische Prozess zur frühzeitigen Sicherstellung der Produktqualität bereits in der Entwicklungs- und Planungsphase – bevor die erste Produktion beginnt.

QVP ist eng verwandt mit APQP und umfasst Fehlermöglichkeits- und Einflussanalysen (FMEA), Prüfplanentwicklung, Prozessfähigkeitsplanung und Erstbemusterung.

R
Rückverfolgbarkeit ISO 9001, Qualität
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Rückverfolgbarkeit beschreibt die Fähigkeit, Produkte oder Dienstleistungen durch geeignete Kennzeichnung eindeutig zu identifizieren und ihren Status bezüglich Überwachung und Messanforderungen nachzuvollziehen.

Die Norm ISO 9001 z.B. verlangt, dass bei Bedarf (z. B. Kundenanforderung oder Risikobewertung) die Identität von Ausgaben kontrolliert und dokumentierte Informationen zur Nachverfolgung der gesamten Wertschöpfungskette (Herkunft, Prozesse, Auslieferung) aufbewahrt werden.

S
Serienanlauf (SOP) Projektmanagement
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Start of Production (SOP) bezeichnet den Beginn der Serienproduktion eines neuen Produkts. Der Serienanlauf ist die kritischste Phase im Produktentstehungsprozess.

Er umfasst die Absicherung aller Produktions- und Prüfprozesse, die Lieferantenfreigaben (PPAP/VDA2) und die Null-Fehler-Strategie bis zur stabilen Serie.

S
SQA / SQE Rollen
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Supplier Quality Assurance (SQA) bezeichnet die Funktion und das Team, das für die Qualitätssicherung in der Lieferkette zuständig ist.

Supplier Quality Engineer (SQE) ist die operative Rolle – der SQE ist der direkte Ansprechpartner für Lieferanten bei Qualitätsfragen, führt Audits durch, begleitet Anlaufprozesse und löst Qualitätsprobleme an der Quelle.

V
VDA 6.3 Norm
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Ein Prozessaudit-Standard des Verbands der Automobilindustrie (VDA), der in der deutschen und europäischen Automobilindustrie weit verbreitet ist.

VDA 6.3 bewertet Prozesse anhand eines Fragenkatalogs in acht Prozesselementen (P1–P7 plus Potential-Analyse P1). Das Ergebnis ist ein Reifegrad von A (geeignet) bis D (nicht geeignet).

V
Verlagerung (Produktionsverlagerung) Projektmanagement
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Die Übertragung von Produktionsprozessen von einem Standort zu einem anderen – oft aus Kostengründen nach Osteuropa oder Asien. Verlagerungen sind hochkritische Projekte mit großem Qualitätsrisiko.

Erfolgsfaktoren: Sorgfältige Prozessübertragung, Mitarbeiterqualifizierung am neuen Standort, Erstmusterfreigabe vor SOP, parallele Produktion in der Anlaufphase.

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